30 Jahre Regionalgruppe Weiden

So hat alles angefangen!

 

Liebe Mitglieder, Betroffene, Angehörige und Freunde,

 

als ich im August 1990 dialysepflichtig wurde, ist Frau Ingrid Roßner aus Würzburg, damalige Kassiererin der Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten in Bayern e.V., mit der Frage an mich herangetreten: „Du könntest doch so eine Regionalgruppe auch in Weiden gründen“.

Nachdem Ingrid in meinem Wohnort Neustadt geboren und aufgewachsen ist, kannte man sich. Schnell habe ich jedoch habe festgestellt, dass sie mit ihrem Uli eine überaus sehr engagierte Regionalgruppenarbeit leistet.

 

Dies hat mich fasziniert und zugleich motiviert, den Schritt zu wagen und eine eigene Regionalgruppe in Weiden zu gründen.

 

Unter Mithilfe und Unterstützung des damaligen Vorstandes der Interessengemeinschaft, Herrn Knut Erben, der Leiterin der Regionalgruppe Amberg, Frau Margarte Lang mit ihrem Mann, sowie der Initiatoren Ingrid und Uli Roßner, wurde die Regionalgruppe Weiden i m März 1991 gegründet.

Zum Leiter der RG wurde Franz Nowy, als Stellvertreter Stefan Herrmann und Werner Marschall vorgeschlagen und gewählt.

 

Zusammen mit der Gruppe Amberg haben wir die ersten Veranstaltungen durchgeführt. Das Interesse war zu der Zeit doch so groß, dass sich unsere Gruppe recht zügig zu einer wunderbaren Gemeinschaft entwickelt hat, welche recht bald auf eigenen Beinen stand. Eine große Hilfe war natürlich immer die Unterstützung unseres Verbandes sowie deren Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle. Von Beginn an hatten wir als Selbsthilfegruppe immer offene Türen in den Dialysezentren und den Rückhalt durch die Ärzte und das Pflegepersonal. Deshalb sei allen, welche damals beim Start geholfen haben, ein riesen Dankeschön gesagt!

Auch meinen, leider bereits viel zu früh verstorbenen Stellvertreterinnen Frau Renate Steiner (1995 – 2007) sowie Frau Magdalena Späth (2007 – 2013) sei an der Stelle posthum gedankt.

Natürlich sei auch meinem jetzigen Stellvertreter, Herrn Karlheinz Münchmeier, sowie seiner Frau Sonja zu diesem Jubiläum „Dankeschön“ gesagt. Es macht unheimlich Freude, mit Karlheinz und Sonja die Gruppe zu leiten.

 

Nun ein kurzer Rückblick, was wir in den 30 Jahren alles so veranstaltet und „getrieben“ haben:

Am 15. März 1991 wurde der erste Regionalbrief zwecks Bekanntmachung der Gründung versendet.

Seither wurden unzählige Veranstaltungen durchgeführt. Ganz egal, ob man sich nur in geselliger Runde oder mit Referenten für Vorträge und Information über die eigentliche Nierenerkrankung, Sozialrecht, Schwerbehinderung, medizinische Vorträge, Kochkurse, Ernährungsberatung bei Dialyse, Sonntagsfrühstück usw. versammelt hat.

 

Ebenso wurden zahlreiche Tagesfahrten, Wochenendausflüge, natürlich auch in Verbindung mit der Mitgliederversammlung sowie mehrtägige Urlaubsreisen organisiert und durchgeführt.

Dabei sei besonders unsere erste Gruppen–Flugreise im September 2000 nach Ibiza erwähnt. Von Null auf Hundert ging es gleich mit 46 Teilnehmern auf die spanische Ferieninsel. Im Nachhinein betrachtet: Wir haben uns wirklich etwas getraut!

 

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reisen war die Teilnahme an der Pilgerwallfahrt der Diözese Regensburg mit dem Sonderzug nach Lourdes. Diese fand vom 18. – 25. Oktober 2008 statt und wurde durch unseren damaligen Landesverbands-vorsitzenden, Herrn Max Kunkel hervorragend organisiert, geleitet und begleitet. Es war für alle Teilnehmer ein außergewöhnliches Erlebnis und von besonderem Spirit geprägt.

 

Auch wenn die Reisen nicht vordergründig zu sehen sind, so waren sie jedoch immer das Highlight eines jeden Vereinsjahres. Man muss dabei einfach bedenken, dass es für jeden Dialysepatienten eine wunderbare Auszeit ist. Eine Auszeit aus der wöchentlichen Routine der Behandlung, der Lethargie des Alltags, so dass es für uns alle, immer wieder mit einer tage- ja wochenlangen Vorfreude behaftet war. Auch der Nachklang nach so einem Erlebnis ist unbändig.

Gerade in der Gemeinschaft zu verreisen, in der man sich sicher und geborgen fühlt, bei der die Feriendialyse, der Transfer, die Kostenübernahme, das Hotel, der Bus, der Flug usw. organisiert ist, haben die Betroffenen gerne angenommen, da sie sich die Reise alleine nie und nimmer zugetraut hätten.

 

Selbstverständlich darf bei einer Mitgliedschaft unserer Selbsthilfefamilie auch nicht vergessen werden, dass sich ebenso um übergeordnete politische und gesellschaftliche Angelegenheiten unsere Krankheit betreffend gekümmert wird. Ganz egal ob es sich dabei um Probleme im Zusammenhang mit der Dialysebehandlung oder der Organspende und Nierentransplantation handelt.

Dabei werden wir Betroffene besonders durch die Arbeit unseres Landesverbandes als auch des Bundesverbandes Niere e.V. unterstützt.

 

Nachdem sich die Aktivitäten über die vergangenen 30 Jahre endlos aufführen ließen, macht es dennoch keinen Sinn dies zu tun, da es jeden Bericht sprengen würde. Zu erwähnen ist allerdings, dass über die vielen Jahre echte Freundschaften entstanden sind, welche man nicht missen möchte!

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass wir damals eine Zeit erleben durften, in der der Mensch grundsätzlich eher das Bedürfnis hatte, sich persönlich zu treffen und auszutauschen. Dies aufrecht zu erhalten, ist uns auch viele Jahre gelungen. Leider ist jedoch, wie in unserer gesamten Gesellschaft erkennbar, die Tendenz rückläufig. Auch wenn es uns gelungen ist, die Anzahl der Mitglieder in unserer Regionalgruppe stabil zu halten, so ist trotzdem, vor allem aufgrund einer gewissen „Überalterung“, der aktive Anteil der Mitglieder kleiner geworden. Ebenso mangelt es an neuen Mitgliedern, vor allem betroffenen Nierenkranken und Dialysepatienten.

Liebe Freundinnen und Freunde, das soll kein Jammern sein. Nein, sondern einfach nur eine Beschreibung des Ist – Zustandes.

Dies wiederum soll für uns alle jedoch kein Grund zur Resignation sein!

 

Wir hoffen, dass sich unsere kleine, aber feine Selbsthilfefamilie noch viele Jahre „durchschlägt“ und uns weiterhin viel Freude, Zuneigung und gegenseitige Hilfe und Unterstützung gibt und schenkt.

So hoffen und wünschen wir, dass wir alle, diese unsägliche Zeit mit dem Corona Virus gut überstehen um danach wieder durchstarten zu können. Also, auf zu neuen Taten!

Übrigens: Eine gebührende Jubiläumsfeier werden wir nachholen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

 

Vielleicht hilft uns auch dieses Zitat von Buddha:

Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen“

 

 

Franz Nowy

 

Erinnerungen an damals

Von links nach rechts: Knud Erben, Franz Nowy, Werner Marschall, Stefan Herrmann

 

Von links nach rechts: Stefan Herrmann, Hans Lang, Franz Nowy, Ingrid Roßner, Knud Erben

 

Von links nach rechts: Knud Erben, Werner Marschall, Ulrich Roßner, Betty Steger, Dialysepfleger und Frau Margarete Lang