Viele Schicksale in einem Zentrum

Der eine spricht von einer Erfolgsgeschichte, hinter der Schicksale stehen. Der andere nennt Zahlen: Über eine halbe Million Dialysen wurden seit 1990 im „KfH-Nierenzentrum“ vorgenommen. In 25 Jahren tut sich eben so einiges. Das will gefeiert werden.

 

Weiden. (hcz) Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des „KfH-Nierenzentrums“ luden die leitenden Ärzte Dr. Franz Hermann Beckmann und Dr. Stephan Kirchner Kollegen, Mitarbeiter, Partner und Patienten zur Feier in die Max-Reger-Halle ein.

 

Über eine „Erfolgsgeschichte, hinter der Schicksale stehen“ berichtete eingangs Dr. Beckmann. 1969 sei das „Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation“ (KfH) gegründet worden. Er erinnerte an die „Kinderschuhe der Dialyse“ und die Entscheidung für ein Dialysezentrum im Jahr 1988. Seither hat sich viel getan.

 

Die Behandlungsplätze sind von 23 auf 39 erweitert worden. In der nephrologischen Sprechstunde werden Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen sowie die Versorgung vor und nach einer Nierentransplantation sichergestellt. 2012 ist im selben Gebäude das KfH-Gesundheitszentrum als Medizinisches Versorgungszentrum mit hausärztlichem und nephrologischem Schwerpunkt eröffnet worden.

 

18782 nutzen Kunstniere

Der Vorstandsvorsitzende des KfH. Prof. Dr. Dieter Bach (Neu-Isenburg), legte Zahlen über das segensreiche Wirken dar. Bei jährlich 3000 neu auftretenden chronsichen Nierenerkrankungen im jahr 1969 hätten nur 400 Patienten einen Behandlungsplantz an der „künstlichen Niere“ gehabt. So sei es zur Gründung des KfH gekommen, das ab 1973 ambulante Dialysezentren in enger Kooperation mit den Klinken aufgebaut habe. 18782 Patienten würden mittlerweile in 188 KfH-Zentren, von denen ein Drittel in Bayern liege, behandelt. Hinzu kämen 21 Medizinische Versorgungszentren und drei Logistikzentren. 6925 Mitarbeiter würden sich um die Kranken kümmern.

 

OB Kurt Seggewiß stellte fest, dass es „gerade in unserer ländlichen Region“ wichtig ist, medizinische Strukturen zu erhalten. Allen Mitarbeitern des Nierenzentrums galt sein Dank für ihr Engagement.

 

Dr. Thomas H. Egginger, der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz betonte, dass die „unkomplizierte Entwicklung von kreativer Zusammenarbeit geprägt“ sei. Gerne werde man „auch die nächsten 25 Jahre“ zusammenarbeiten. AOK-Direktor Jürgen Spickenreuther würdigte die hohe Leistungsfähigkeit der KfH-Einrichtung und dass man „gut aufgestellt für die Zukunft“ sei. Dr. Wolfgang Rechl, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands und Vizepräsident der Bayerischen Ärztekammer, war in der Anfgangszeit der Dialyse Assistent am Klinikum. Er sagte, dass es heute Behandlungsformen gebe, die „noch vor einem Jahrzent nicht denkbar“ gewesen wären.

 

Ex-Patient dankt dem Team

Franz Nowy bezeichnete sich selbst als „bestes Beispiel für die gute Arbeit des KfH“. Der stellvertretende Leiter des „Landesverbands Niere Bayern“ und Leiter der Regionalgruppe Weiden berichtete von seiner Behandlung anfangs im Keller des Krankenhauses, dann als KfH-Dialysepatient und schließlich von seiner Transplantation. Als Betroffener dankte er dem Team des Zentrums und besonders Dr. Beckmann, einem „engagierten Befürworter und Kämpfer für die Organspende“. Musikalisch begleitete die „King Size Combo“ das Fest.

 


Bei Interesse können sich auch Mitglieder aus anderen RG`s mit der RG Leitung in Verbindung setzen!!

 


Landkreis lebenswerter gemacht

Landrat zeichnet verdiente Personen mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt aus

„Es sorgt für Lebensqualität in unserer Region, wenn Menschen mehr tun, als sie müssen.“ An Frauen und Männer im Ehrenamt verlieh Landrat Simon Wittmann in der Schlosskapelle des Landratsamtes in Neustadt a. d. Waldnaab das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

 

Es tue gut, sagte Wittmann, jene auszeichnen zu können, die sich um das Gemeinwesen verdient gemacht haben. „Ich bewundere Sie um Ihren Einsatz in Ihrer Freizeit, Sie machen damit unseren Landkreis lebenswerter“, lobte Landtagsabgeordnete Frau Petra Dettenhöfer, während der Neustädter Bürgermeister Rupert Troppmann für seine anwesenden Amtskollegen die Rolle der Ausgezeichneten hervorhob „als Ausgleichsfaktor der demographischen Entwicklung im Landkreis:“ Sie übernehmen Verantwortung für Ihre Mitmenschen und leisten damit etwas, das der Staat gar nicht mehr bezahlen kann.

In verschiedenen Leitungsfunktionen in Verbänden für Dialysepatienten gibt Franz Nowy, selbst unter dieser Krankheit leidend, seine Erfahrungen an möglichst viele Mitmenschen weiter und kümmert sich auch intensiv um das Thema Organspende. Seit mehr als 20 Jahren leitet er die Regionalgruppe Weiden der Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplan-tierten in Bayern e.V. Des weiteren engagierte Herr Nowy sich viele Jahre in der Vorstandschaft der Jugendblaskapelle Neuhauser Boum, seit mehr als 15 Jahren gestaltet er als Sänger bei der Gruppe Carpe Diem rhythmische Gottesdienste und Hochzeiten. Für das Landgericht Weiden ist er als Schöffe berufen.

Nach der Laudatio mit Würdigung des sozialen Engagements wurde Nowy das Ehrenzeichen des Bayr. Ministerpräsidenten sowie ein Blumenstrauß überreicht.

 

Das Foto zeigt den Geehrten mit Frau Petra, den Landrat des Landkreises Neustadt a.d. Waldnaab Herrn Simon Wittmann (li.) sowie den Bürgermeister der Stadt Neustadt Herrn Rupert Troppmann (re.).